Grundbuch

604432 Web R K B By Petra Bork Pixelio.De

Änderung nicht nur bei Eigentümerwechsel


Die Anschaffung einer eigenen Immobilie (in diesem Fall einem Grundstück) ist in der Regel gut überlegt und wurde lange geplant. Meistens geht es hier um sechsstellige Summen, wenn es um ein Grundstück mit Gebäude geht, die kaum jemand ohne Fremdfinanzierung zur Verfügung hat. Ganz klar also, dass jeder Eigentümer rechtliche Sicherheit bezüglich der Besitzverhältnisse haben möchte.

Der Staat regelt dieses über das Amtsgericht, wo für jedes Grundstück im Grundbuch eingetragen ist. In diesem öffentlichen Verzeichnis sind unter anderem der oder die Besitzer sowie eventuelle Anteilseigner vermerkt. Für jedes selbstständige Grundstück gibt es ein eigenes Grundbuchblatt. In den Grundbuchakten werden Urkunden und Verfügungen des Grundbuchamtes zusammengefasst.

Grundbuchzwang in ganz Deutschland


In Deutschland müssen alle Grundstücke hier verzeichnet sein, es gibt also ein Grundbuchzwang, denn jeder, der ein so genanntes "berechtigtes Interesse " an einer Einsicht hat, also zum Beispiel Käufer (in bestimmten Fällen auch Journalisten), soll die Möglichkeit haben, sich über die Besitzverhältnisse informieren zu können. Für Notare gibt es eine Sonderregelung, sie müssen kein "berechtigtes Interesse" vorlegen und dürfen ohne Angabe von Gründen das Grundbuch einsehen.

Ein Eintrag ins Grundbuch ist immer dann nötig, wenn ein Grundstück verkauft oder belastet wird. Dieses gilt für den Fall eines Eigentümerwechsels, der ohne einen Verkauf vonstattengeht, zum Beispiel einer Vererbung.

Neue Einträge und Sichtung der Einträge nicht kostenlos


Bei jedem Eintrag fallen Kosten an, zum Beispiel für den Notar (der hier zwingend notwendig ist) und auch für den Eintrag an sich. Was genau eingetragen werden muss und in welcher Form dieses zu geschehen hat, wird durch die Grundbuchordnung geregelt. Auch die Einsicht ins Grundbuch ist nicht kostenlos. In einigen Bundesländern gibt es die Möglichkeit, auf elektronischem Wege Grundbücher einzusehen. Auch hier wird eine Gebühr fällig.

Übrigens: Nicht überall fungieren die Amtsgerichte als Grundbuchämter. In Baden-Württemberg übernehmen bis zum 31. Dezember 2017 staatliche Grundbuchämter die Aufgaben der Grundbuchführung. Anschließend sind wieder die Amtsgerichte zuständig.

Foto: Petra Bork / pixelio.de