Mietkauf

629060 Web R By Dieter Schütz Pixelio.De

Die Alternative zum Bankkredit


Immobilien sind bei Privatleuten als Investitionsobjekt ausgesprochen begehrt und zwar ganz besonders Häuser und Wohnungen, die auch für den Eigenbedarf genutzt werden können. Die privaten Investoren suchen also meistens Immobilien, in die sie selbst einziehen können. Diese Variante der Altersvorsorge (denn dieses ist in der Regel der wichtigste Grund für solch eine Investition) ist durchaus sinnvoll, denn nach Erwerb ist diese Investition unabhängig von jeglichen Märkten, solange die Immobilie nicht weiterverkauft wird.

Eine Möglichkeit der Finanzierung ist der Mietkauf. Hier wird eine Immobilie zunächst gemietet, ehe sie zu einem späteren Zeitpunkt vom Mieter übernommen wird. Die bis dahin gezahlte Miete wird dabei in großen Teilen auf den Kaufpreis angerechnet. Der übrige Teil wird als Zins angesehen und vom vorigen Besitzer des Hauses oder der Wohnung einbehalten.

Zwei Varianten des Mietkaufs


Beim Mietkauf gibt es grundsätzlich zwei unterschiedliche Varianten. Beim so genannten Optionskauf hat der Mieter die Wahl – die Option – ob er die Immobilie kaufen möchte. Er zahlt also ab dem Einzug seine Miete und kann ab einem vorher festgelegten Zeitpunkt entscheiden, ob der die Kaufoption wahrnimmt. In der Regel wird der Mieter hier Mitglied bei einer Wohnungsbaugenossenschaft. Diese kauft die Wohnung und vermietet diese an den Immobilieninteressenten zunächst einmal weiter. Der Mieter entscheidet dann später, ob er die Wohnung der Wohnungsbaugenossenschaft abkaufen möchte.


Beim klassischen Mietkaufmodell ist von Beginn an festgelegt, dass der Mieter die Immobilie innerhalb eines festgelegten zeitlichen Rahmens kauft. Alle Eckdaten des Kaufs werden hier in der Regel bereits beim Einzug (also dem Mietbeginn) festgelegt. Der Käufer zahlt nach zum Beispiel fünf Jahren den Kaufpreis in Raten an den Verkäufer, abzüglich der bisher gezahlten Miete.

Grundsätzlich wird ein Mietkauf immer nur zwischen Käufer und Verkäufer vereinbart. Eine Bank ist in der Regel nicht mit eingebunden.

Mietkauf: Gute Alternative zum Bankkredit


Der Mietkauf ist besonders für Investitionswillige interessant, die nur geringe Chancen auf die Bewilligung eines Bankkredits haben. Selbstständige haben beispielsweise bei einem gewissen Kreditrahmen Probleme mit der Bewilligung, da das Risiko eines Verdienstausfalls (durch zum Beispiel ein nur schleppend laufendes Geschäft oder gar Insolvenz) vergleichsweise groß ist. Selbst bei guten Geschäftszahlen haben Selbstständige mitunter Probleme einen Privatkredit zu bekommen, wenn sie mit ihrem Unternehmen in einer so genannten Risikobranche (zum Beispiel Gastronomie oder Kreativbranche) tätig sind. Schwierigkeiten haben zudem fast immer Selbstständige, die erst vor kurzem in die Selbstständigkeit gegangen sind. In diesen Fällen kann ein Mietkauf sinnvoll sein – natürlich nur, wen der Verkäufer damit einverstanden ist.

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de