Zinsen

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Geliehenes Geld ist kostbar, und zwar für beide Seiten: Für denjenigen, der sich das Geld leiht und für denjenigen, der das Geld zur Verfügung stellt. Denn bei der Frage der Fremdfinanzierung entscheidet sich oftmals, ob ein Projekt überhaupt realisiert werden kann oder nicht. Einen sechsstelligen Betrag können die meisten Menschen nicht ohne fremde Hilfe aufbringen. Derjenige, der das Kapital zur Verfügung stellt (in der Regel ist dieses eine Bank), tut dieses nicht umsonst. Er verlangt dafür Zinsen, die zusätzlich zur Tilgung des geliehenen Betrags gezahlt werden müssen. Diese Kreditkosten stellen bei der Gesamtfinanzierung einen beachtlichen Teil dar und sind damit auch bei der Immobilienfinanzierung ein entscheidender Faktor bei der Frage: "Wie viel Haus oder Wohnung kann ich mir überhaupt leisten?"

Angebot und Nachfrage sowie Risikobewertung


Die Höhe der Zinsen ist abhängig von Angebot und Nachfrage. Der Zinssatz eines Immobilienkredits kann sich also stark von beispielsweise einem Allzweckkredit unterscheiden. Eine Immobilie zu finanzieren unterscheidet sich somit grundlegend von anderen Kreditarten, weshalb es für diese Fälle nicht nur eigene Abteilungen bei den größeren Geldinstituten gibt, sondern auch ganze Kreditinstitute, die sich ausschließlich mit der Finanzierung von Immobilien beschäftigen. Dabei spielt es erst einmal keine Rolle, ob es sich dabei um einen Erwerb oder einen Neubau handelt.

Bei der Vergabe eines Immobilienkredits spielen für die Bank mehrere Faktoren eine Rolle, die sich auch auf die Höhe der Zinsen auswirken. Die Bank möchte bei der Vergabe so sicher wie möglich sein, dass das geliehene Geld auch zurückgezahlt wird – natürlich einschließlich der Zinsen. Deswegen holt sie sich vom Kreditnehmer vorab so viele Informationen ein wie möglich.

Die Bank möchte zum Beispiel wissen:

- Wie hoch ist das monatliche Nettoeinkommen des gesamten Haushalts?

- Wie hoch sind die monatlichen Fixkosten (also die feststehenden Kosten für zum Beispiel den Lebensunterhalt – Lebensmittel, Kleidung, Heiz-, Wasser- und Telefonkosten, etc.)?

- Gibt es andere laufende Kredite und wie hoch ist hier die gesamte monatliche Belastung?

- Sind die Kreditnehmer in einem festangestellten Arbeitsverhältnis und wenn ja, seit wann sind sie es? Sind die Arbeitsverträge womöglich befristet?

- Hat der Kreditnehmer frühere Kredite zeitig und vollständig "bedient", also zurückgezahlt?

- Welchen Wert hat die zu finanzierende Immobilie?

Anhand dieser und noch weiterer Fragen schätzt die Bank das eigene Risiko ein. Bewertet sie das Risiko als groß, dass das Geld nicht zurückgezahlt werden kann, weil es beispielsweise ein unsicheres Arbeitsverhältnis besteht, so lässt sie sich dieses Risiko "bezahlen". Sie setzt die Zinsen für den Kredit entsprechend hoch an. Ein Beamter muss in der Regel beispielsweise geringere Zinsen zahlen, da er einen recht sicheren Arbeitsplatz und damit ein sicheres monatliches Einkommen hat.

Der Wert der Immobilie ist für die Bank deswegen interessant, da sie im Falle einer eingestellten Rückzahlung des Kredits die Immobilie verkaufen und den noch offenen Betrag begleichen kann. Ist die Immobilie nur wenig wert bzw. wird bei einem Verkauf voraussichtlich keinen guten Verkaufspreis erzielen, ist dieses ein negativer Faktor bei der Kreditvergabe.

Die Höhe der Zinsen ist zudem abhängig von der Laufzeit des Kredits. Kann und möchte der Kreditnehmer das Geld inklusive der Zinsen schnell zurückzahlen, kann er mit günstigen Kondition rechnen. Eine lange Kreditlaufzeit ist im Vergleich eher von Nachteil.

Jede Bank bewertet bzw. gewichtet die gegebenen Umstände unterschiedlich und so werden trotz einer für alle gültige Marktlage unterschiedliche Zinsen angeboten. Ein Vergleich der Angebote sollte also in jedem Fall vorgenommen werden, denn gerade bei einer hohen Summe machen sich unterschiedlich hohe Zinssätze stark bemerkbar. Lesen Sie einen weiteren Artikel über Bausparverträge.


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